Nochmal zum allgemeinen Verständnis:
Jeder kann, jeder darf, jeder soll sich "Schwarzfahrer" nennen, wenn er es will und sich selbst so bezeichnet sehen möchte.
Ich persönlich möchte es nicht, meine IG (siehe unten) möchte es nicht, und einige Mitglieder hier im Forum möchten es auch nicht.
Deswegen verwenden wir den Begriff "Schwarzfahrer" nicht mehr. Keiner muss seinen Namen deshalb ändern oder darauf verzichten; ich wollte nur anregen, sich einfach mal Gedanken über den Begriff im Wandel der Zeit zu machen.
Es gibt Leute wie mich, die sehr wohl kleine, aber feine Unterschiede entdecken können (Mohr: Bezeichnung für einen Farbigen bis ins 19. Jahrhundert; Farbiger: Abwertende rassistische Bezeichnung für einen Farbigen im 20. Jahrhundert). Damit sind wir wieder beim Thema Außenwirkung der Szene, das anläßlich von negativen Zeitungs- und Fernsehbeiträgen über uns bereits mehrfach ohne Ergebnis hier im Forum diskutiert wurde: Welche Berichterstattung erwartet ihr denn, wenn ihr euch als Schwarzfahrer vorstellt? Was hat ein Journalist im Kopf, wenn er "Schwarzfahrer" hört? Genau: Gruftis mit toupierten Haaren, weißgeschminkten Gesichtern, langen schwarzen Lederkutten und den entsprechenden Fahrzeugen. Und das wird dann auch so gezeigt. Braucht sich danach also keiner zu beschweren!
Einschub: Ich habe persönlich nichts gegen Gruftis, langhaarige oder schwarzgekleidete, und nicht jeder kann sich ein perfekt restauriertes Bestattungsfahrzeug leisten. Ich habe sie immer als witzige Bereicherung eines Bestattungswagentreffens gesehen, es gehört eben irgendwie zur Szene dazu.
Aber, Leiche Nr. 5, wie Du treffend erkannt hast, gibt es in der Szene zwei Lager: Die, die provozieren wollen, schocken, denen kein Gag zu pietätlos ist, um Aufmerksamkeit zu erregen, die genauso so rüberkommen, das Klischee des Schwarzfahrers bedienen, wie sich Otto Normalverbraucher eben einen privaten Leichenwagenfahrer vorstellt. [evil.gif]
Und dann gibt es die, die von diesem negativen Image wegkommen wollen. Die sich ernsthaft mit den Themen Tod und Bestattung auseinandersetzen und sich der Verantwortung im Umgang mit diesem sensiblen Thema bewußt sind. Die Wert auf einen gediegenen Auftritt gegenüber Bestattern, Fahrzeugherstellern und dem Publikum legen. Vielleicht weil sie selbst Bestatter sind und einen guten Ruf zu verlieren haben. Oder weil Sie Oldtimerliebhaber sind, denen es mehr um das Bestattungsfahrzeug an sich geht, als automobilhistorisches Kulturgut; die sich als Teil und Zeitzeugen der Sepulkralkultur sehen. Dafür stehe ich mit meiner IG, und deswegen möchte ich nicht mit den anderen über einen Kamm geschoren werden. Wir bewegen zwar die gleiche Fahrzeuggattung und haben beide Spaß dabei, aber die Intensionen klaffen diametral auseinander. Deswegen ist eine kleine, aber feine Unterscheidung nötig, und deswegen haben wir uns nach langer Diskussion und reiflicher Überlegung dazu entschlossen, den Begriff "Schwarzfahrer" nicht mehr zu verwenden.

Darum geht es! Um das Ganze im Blick zu haben. Und nicht um eine alberne Wortklauberei.

Jona
P.S.: Vielleicht fänden sich einige Schwarzfahrer im Schwarzfahrerforum besser repräsentiert? Sinnfreie Assoziationsketten, belangloses Gelaber und wenig Inhalte. [krank1.gif]